- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Krebserkrankungen - Brustkrebs - Nebenwirkungen - Lymphödem – so sieht die Behandlung aus

Lymphödem – so sieht die Behandlung aus

Juriah Mosin/Shutterstock

Das Lymphödem ist ein typisches Frauenleiden: 90 % der Betroffenen sind weiblich, dabei sind häufig – aber nicht nur – Brustkrebspatientinnen betroffen. Bei dieser Erkrankung gilt: Schnelle Behandlung tut not. Denn, so informiert die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA): Je eher die Therapie einsetzt, desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden. Das Lymphödem ist schließlich eine chronische Krankheit, die man aber durch langfristige Therapie gut im Griff behalten kann, so die DGA.

Mittel der Wahl ist dabei die sog. komplexe physikalische Entstauungstherapie, kurz KPE. Diese Behandlung besteht eigentlich aus mehreren Maßnahmen: manuelle Lymphdrainage, Kompressions- sowie Bewegungstherapie und Hautpflege. Durch diese Kombination kann das Beinvolumen um bis zu 12 % gemindert werden, betont die DGA. Entwässernde Medikamente, sog. Diuretika, sind hingegen keine Lösung: Diese können das Lymphödem sogar noch verstärken. Wurden sie jedoch aus einem anderen Grund vom Arzt verschrieben, sollten sie natürlich nicht einfach so abgesetzt werden – derartige Entscheidungen sollte man immer in enger Absprache mit seinem Arzt treffen.

Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle Massage, durch die die angestaute Lymphe in Richtung Brust und Bauch zum Abfließen gebracht werden soll. Speziell dafür ausgebildete Physiotherapeuten verfügen über bestimmte Massagetechniken und Handgriffe, mit denen sie Druck auf die Haut sowie das Fettgewebe darunter ausüben können. Eine Behandlung ist ein- oder auch mehrmals pro Woche notwendig, zudem hält der entstauende Effekt rund 24 Stunden an, sodass nach der manuellen Lymphdrainage zusätzlich die Kompressionstherapie angewendet werden muss.

Wie der Name schon sagt, kommen hierbei bestimmte Bandagen zum Einsatz, die von außen Druck auf den betroffenen Körperteil ausüben und damit den Lymphabfluss unterstützen sollen. So wird z. B. der Arm fest umwickelt, dabei werden laut DGA aber nicht nur Kompressionsbinden, sondern auch Vliespolster und Schaumstoffplatten verwendet. Wenn die Schwellung etwas abklingt, gibt es dann spezielle glattgestrickte Kompressionsstrümpfe und -ärmel, die der Patient tagsüber immer tragen muss, in manchen Fällen auch nachts. Da das Anziehen dieser Kompressionsstrümpfe gar nicht so leicht ist, gibt es Anziehhilfen, auch die Fachkräfte im Sanitätshaus können hier weiterhelfen.

Die Kombination macht’s: Beide Therapieansätze, die manuelle Lymphdrainage und die Kompressionstherapie, ergänzen einander und werden i. d. R. auch von den Krankenkassen gezahlt. Sie sind langfristig ausgelegt und sollen das Lymphödem möglichst „kleinhalten“ bzw. eine Verschlechterung der Symptome verhindern.

Es kommt aber auch auf die Mitarbeit der Betroffenen an: Die Bewegungstherapie kann den Effekt der Lymphdrainage noch verstärken. Hierbei führt der Patient zwei- bis dreimal am Tag spezielle Übungen durch, bei denen er die Kompressionsstrümpfe tragen sollte. Der Trainingsplan ist abhängig von der betroffenen Körperregion und wird vom Physiotherapeuten individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten. Eine gute Hautpflege ist ebenfalls wichtig: Häufig entstehen an der geschwollenen Körperstelle Verdickungen in der Haut und es bilden sich Ekzeme und Schrunden. Bestimmte, auf den pH-Wert der Haut abgestimmte Pflegecremes können diesen vorbeugen und so auch verhindern, dass sich offene Wunden bilden, die u. U. sogar zu Infektionen führen können.

Darüber hinaus gilt: Uhren, Ringe, Armreifen und andere einengende Dinge nicht am betroffenen Arm tragen. Und der Patient sollte darauf achten, sich nicht an der Körperstelle zu verletzen: Daher heißt es insbesondere beim Nägel schneiden sowie bei der Haus- und Gartenarbeit Obacht.

Quelle: Befund Krebs 5/2012

12.04.13

Newsletter An-/Abmeldung

Code: SZBJ

Schriftzug Anzeige