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Brustkrebskongress: Senologen sehen Fortschritte auf hohem Niveau

Dmitriy Shironosov/Shutterstock

Brustkrebs wird in Deutschland immer frühzeitiger diagnostiziert, die Therapie hat sich in den letzten Jahren weiter verfeinert und die Überlebenschancen liegen im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie nahmen 2.600 Experten teil. Diese diskutierten in über 105 wissenschaftlichen Sitzungen über neueste Erkenntnisse ihres Fachgebietes. Die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zieht eine positive Bilanz und rechnet in den nächsten Jahren mit weiteren Verbesserungen.

Verbesserung der diagnostischen Sicherheit

Nach den neusten Zahlen des Robert Koch-Instituts werden in Deutschland im Jahr 2012 ungefähr 74.500 Frauen neu an Brustkrebs erkranken. Rund 70 % von ihnen werden den Krebs mithilfe ihrer Ärzte besiegen. Die Grundlage für diesen Erfolg sieht Prof. Dr. Wilfried Budach, Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Mittlerweile werden 92 % aller Frauen an einem Brustzentrum behandelt. Drei Viertel aller Frauen (2009: 73 %) können heute bereits brusterhaltend operiert werden. Mithilfe einer präoperativen Markierung oder intraoperativen Visualisierung des Tumors per Ultraschall ist es heute möglich, den Tumor operativ mit dem notwendigen Sicherheitsabstand zu entfernen – insbesondere, wenn er klein oder schwer zu ertasten ist. Diese Vorgehensweise erleichtert das Aufsuchen des Tumors und verbessert damit zum einen die diagnostische Sicherheit, vermeidet aber auch die unnötige Entfernung von gesundem Gewebe“, erklärt Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie. „Das Risiko für eventuell erforderliche Zweiteingriffe, wenn keine Entfernung des Tumors mit ausreichendem Sicherheitsabstand erreicht werden konnte, wird damit deutlich reduziert. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung aus onkologischer Sicht um die brusterhaltende Therapie (BET) einem ablativen Vorgehen, das heißt einer kompletten Entfernung der Brust gleichzusetzen“, sagt Prof. Wallwiener.

Verringerung des Rückfallrisikos

Der Brustkrebs hat bei Diagnosestellung häufig schon Mikrometastasen gesetzt. Er ist damit eine generalisierte Erkrankung, die zusätzlich zur lokalen Behandlung, also Operation und Bestrahlung, eine medikamentöse Therapie erfordert. Die postoperative Therapie hat das Rückfallrisiko signifikant verbessert. „Zzt. geschieht dies aber noch auf Kosten einer Übertherapie bei vielen Patienten. Um dennoch dem Traum der personalisierten Therapie näher zu kommen, ist eine umfassende molekulare Charakterisierung des individuellen Tumors und der betroffenen Patientin erforderlich“, sagt Prof. Dr. Christof von Kalle, Direktor Translationale Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Das Ausmaß von Brustkrebsoperationen konnte in den letzten Jahren durch die Einführung der sog. Sentinel-Node-Biopsie weiter verhindert werden. „Die gezielte Untersuchung von Lymphknoten im Drainagegebiet der Brustdrüse erspart v. a. im Frühstadium vielen Frauen die radikale Entfernung aller Lymphknoten aus der Achselhöhle und das damit häufig verbundene Lymphödem, das schmerzhafte Schwellungen im Arm zur Folge hat“, sagt Prof. Dr. Bernd Gerber, Direktor der Universitätsfrauenklinik, Rostock.

Früherkennung ist wichtig

Die Frühstadien des Mammakarzinoms werden seit der Einführung eines flächendeckenden Mammografie-Screenings im Jahr 2009 immer häufiger gesehen: 35 % der dort entdeckten Tumoren sind kleiner als 10 Millimeter und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit heilbar, berichtet Prof. Dr. Walter Heindel, Klinikdirektor am Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster. Er hält es für möglich, dass die Sterblichkeit am Brustkrebs dank der Früherkennung weiter sinken wird. Eine Früherkennung ist wichtig, da sich im Gegensatz zum Frühkarzinom die Therapieergebnisse im fortgeschrittenen Stadium noch nicht ausreichend verbessert haben. Nach einer auf dem Kongress vorgestellten Analyse des Forums Klinischer Krebsregister liegt das 5-Jahres-Überleben unverändert bei 25 %, wenn zum Zeitpunkt der Diagnose bereits andere Organe mit Krebs befallen sind.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Senologie

02.05.13

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