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Brustrekonstruktion: Qualitätssiegel hilft bei Arztsuche

James Steidl/Shutterstock

„Die Diagnose Brustkrebs hat trotz qualitätsgesicherter Versorgung in Brustkrebszentren nicht an Schrecken verloren“, stellt Dr. Uwe von Fritschen, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Brustchirurgie in der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), fest. „Nicht zuletzt der Verlust einer oder gar beider Brüste belastet betroffene Patientinnen enorm. Um auch in diesem Bereich den hohen Standard der Behandlung zu sichern, hat sich die DGPRÄC entschlossen, ein qualitätsgesichertes, flächendeckendes Konzept zu entwickeln.“

„Bei rund 30 % der jährlich an Brustkrebs erkrankten Frauen wird die Brust amputiert. Die Versorgungsleitlinie zum Brustkrebs und auch die in Deutschland weitverbreitete Zertifizierung über OnkoZert sehen vor, dass jede Frau bereits zu Beginn der Behandlung über sämtliche Möglichkeiten der Wiederherstellung aufzuklären ist“, berichtet Dr. von Fritschen. Lediglich bei den durch die EUSOMA (Europäische Gesellschaft für Brusterkrankungen) zertifizierten Brustzentren sei die Beteiligung eines Plastischen und Ästhetischen Chirurgen bei Beratung und Eingriff Voraussetzung. „Mit der Qualitätssicherung Brustrekonstruktion möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, die Versorgung im Bereich der Rekonstruktion durch Plastische und Ästhetische Chirurgen zu optimieren und transparent zu machen“, erläutert Dr. von Fritschen.

Über das Portal www.mammarekonstruktion.de sei abrufbar, wer sich an der Datenerhebung beteilige. Hier finden Ärzte und Patienten Ansprechpartner mit einem besonderen Schwerpunkt in der rekonstruktiven Brustchirurgie. Zentren, die das Qualitätssiegel der DGPRÄC führen, müssen darüber hinaus Anforderungen erfüllen: So muss das Zentrum u. a. sämtliche rekonstruktiven Verfahren, ob mit Eigengewebe, Expander oder Implantat, vorhalten. Ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie muss sich verpflichtend besonders um die interdisziplinäre Versorgung von Brustkrebspatientinnen kümmern und sich u. a. in die wöchentliche Tumorkonferenz integrieren. „Das Besondere ist, dass wir für die Brustrekonstruktion, ebenso wie bei der Zertifizierung von Brustkrebsoperateuren eine regelmäßige hohe operative Erfahrung erwarten. Mindestens 100 Eingriffe sind jährlich an der Brust durchzuführen, davon mindestens 20 mikrochirurgische, freie Lappenplastiken – also Rekonstruktionen mit Eigengewebe“, sagt Dr. von Fritschen.

Zusätzlich müssen diese Daten und die Komplikationsraten transparent für die Patientinnen im Internet dargestellt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so erfolgt bei Wunsch eine Begehung, in der die Daten und organisatorischen Anforderungen geprüft werden. Schließlich wird das Qualitätssiegel Rekonstruktives Brustzentrum vergeben und vor Ort und unter www.mammarekonstruktion.de bekannt gegeben. „Damit wird es mittelfristig endlich möglich, die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe auf einer breiten Datenbasis zu analysieren und so weiter zu entwickeln“, betont Dr. von Fritschen. „Für die Patientinnen versprechen wir uns davon eine weitere Verbesserung der Qualität unserer Arbeit.“

Auf der Webseite finden Interessierte über die Arztsuche Informationen über Zentren, die mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet sind, sowie über Ärzte, die über besondere Erfahrung im Bereich der Brustchirurgie verfügen. Die zertifizierten Zentren sind dabei mit einer roten Nadel markiert, die Plastischen Chirurgen mit einer blauen.

Quelle: Befund Krebs 5/2012

09.04.13

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