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Darmkrebs: Warum eine Behandlung in zertifizierten Zentren sinnvoll ist

Charles Shapiro/Shutterstock

Die Diagnose Darmkrebs stellt vieles auf den Kopf – und gerade was die Behandlung angeht, möchte man keine Kompromisse eingehen, geht es doch um die eigene Gesundheit. Sinnvoll ist es daher, sich in einem zertifizierten Darmkrebszentrum behandeln zu lassen, da hier die Qualitätsstandards festgelegt sind und kontrolliert werden.

Das Besondere an zertifizierten Darmkrebszentren ist, dass sie alle Behandlungspartner, die bei einer Darmkrebserkrankung zum Zuge kommen, vereinen – entweder im Zentrum selbst oder als Kooperationspartner, z. B. in ortsansässigen Praxen. Bei der Erstzertifizierung kommen Experten des unabhängigen Instituts OnkoZert, das im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft arbeitet, zu den sog. Audits ins Haus und kontrollieren die verschiedenen Bereiche und Abläufe. Wenn das Zentrum den Kriterien entspricht, erhält es das Zertifikat für drei Jahre bis zur Rezertifizierung, die ähnlich umfangreich erfolgt wie die Erstzertifizierung. In diesen drei Jahren werden durch OnkoZert jährlich stichprobenartige Kontrollen durchgeführt, sog. Überwachungsaudits. Zudem gilt seit diesem Jahr ein neuer Erhebungsbogen.

Eines der wichtigsten Kriterien für ein zertifiziertes Darmkrebszentrum ist die Interdisziplinarität, d. h., dass Viszeralchirurgen, Onkologen bzw. Hämatologen, Radiologen, Gastroenterologen, Strahlentherapeuten und Pathologen zusammenarbeiten – sie sind die sog. Hauptkooperationspartner. Zu den weiteren Kooperationspartnern gehören Psychoonkologen, der Sozialdienst, Stomatherapeuten, Ernährungsberater, Physiotherapeuten, Genetiker, Schmerztherapeuten und Selbsthilfegruppen.

Einmal in der Woche findet eine Tumorkonferenz statt, bei der jeweils ein Facharzt aus den Hauptkooperationsbereichen teilnehmen muss. Bei Organmetastasen muss ein entsprechend spezialisierter Chirurg mit spezifischer Expertise dazu konsultiert werden. Die Fachärzte besprechen die Situation der einzelnen Patienten anhand der Behandlungsdaten sowie von Bildmaterial, beispielsweise von CT-Untersuchungen. Die Ergebnisse der Tumorkonferenz müssen protokolliert werden, die dort im Konsens getroffenen Therapieentscheidungen sind jedoch nicht mehr, wie im früheren Erhebungsbogen aufgeführt, bindend, die Behandlung sollte sich jedoch daran orientieren. Abweichungen in der Behandlung müssen in jedem Fall protokolliert und bewertet werden.

Damit die Behandlung auch wirklich von erfahrenen Medizinern in die Hand genommen wird, müssen diese eine gewisse Fachexpertise aufweisen. So müssen in einem Darmkrebszentrum mindestens zwei Darmoperateure arbeiten und dabei mindestens 15 Kolonkarzinome pro Jahr sowie 10 Rektumkarzinome pro Jahr operieren. Die Onkologen/Hämatologen müssen beispielsweise nachweisen, dass sie mindestens 200 Patienten pro Jahr mit Chemotherapien oder mindestens 50 Patienten mit der Diagnose Darm- bzw. Rektumkrebs behandeln.

Ein Teil der Darmkrebspatienten erhält vorübergehend oder dauerhaft einen künstlichen Darmausgang (Stoma). Daher müssen mit einem zertifizierten Darmkrebszentrum auch Stomatherapeuten kooperieren, die die Patienten und ihre Angehörigen anleiten, beraten und schulen, wie sie mit dem Stoma umgehen sollen.

Insgesamt orientiert sich die Therapie in einem zertifizierten Darmkrebszentrum an der aktuellen S3-Leitlinie für Darmkrebs, sodass die Patienten sich darauf verlassen können, nach aktuellen und von Experten abgesicherten Standards behandelt zu werden.

Quelle: Befund Krebs 1/2013

24.04.13

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