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Darmkrebs: bestmögliche Behandlung in zertifizierten Zentren

kurhan/Shutterstock

Krebspatienten wünschen sich eine bestmögliche Versorgung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft. Aus diesem Grund zertifiziert die Deutsche Krebsgesellschaft in Zusammenarbeit mit OnkoZert Kliniken als Krebszentren. Diese Kliniken müssen bestimmte Kriterien erfüllen, die von den OnkoZert-Auditoren überprüft und kontrolliert werden.

Eine wichtige Voraussetzung für eine Zertifizierung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit – bei Darmkrebszentren sind dies u. a. die Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Hämatologie/Onkologie, Pathologie, Radiologie sowie die Psychoonkologie, Stomatherapie und die Ernährungsberatung. Mindestens einmal in der Woche muss eine sog. Tumorkonferenz stattfinden. Dabei ist die Teilnahme von Fachärzten aus Viszeralchirurgie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Hämatologie/Onkologie, Pathologie sowie Radiologie zwingend. Bei diesen Konferenzen wird der Fall jedes einzelnen Patienten besprochen und die Ergebnisse protokolliert. Die dort im Konsens der verschiedenen Experten gefassten Therapiepläne und Empfehlungen sind grundsätzlich bindend und orientieren sich an den aktuellen Leitlinien. Zudem muss in einem zertifizierten Darmkrebszentrum eine Kooperation mit einer genetischen Beratung zu familiärem Darmkrebs festgelegt werden. Insgesamt müssen die Untersucher jährlich 200 Koloskopien und 50 Polypektomien durchführen. Darmoperateure sollten an Primärfällen mindestens 15 Kolonkarzinome und 10 Rektumkarzinome pro Jahr behandeln.

Stomatherapeuten sind an einem zertifizieren Darmkrebszentrum ebenfalls unerlässlich: Es muss über eine Leitung der Stomatherapie und einen Stellvertreter verfügen. Wesentliche Aufgaben der Stomatherapie sind die prästationäre bzw. präoperative sowie poststationäre Anleitung, Beratung und Schulung von Patienten und Angehörigen im Umgang mit einem Stoma, die Beteiligung bei der präoperativen Anzeichnung sowie ggf. das Abhalten einer Stomasprechstunde.

Einen besonderen Stellenwert nimmt zudem die Psychoonkologie ein. Die psychologische Betreuung der Darmkrebspatienten wird von Diplom-Psychologen oder Ärzten, die jeweils eine psychotherapeutische Weiterbildung und eine psychoonkologische Fortbildung haben, übernommen. Es reicht daher nicht aus, wenn Sozialdienst, Selbsthilfegruppen oder Seelsorge die Patienten psychoonkologisch betreuen. Diese ergänzen vielmehr die psychoonkologische Versorgung. Dabei muss jedem Patienten möglichst ort- und zeitnah ein psychoonkologisches Gespräch angeboten werden. Darauf sollte der Patient in allen Phasen der Krankheit zurückgreifen können – nach der Diagnose, aber auch wenn er stationär oder poststationär behandelt wird. Auch die Anbindung an den Sozialdienst ist für ein Darmkrebszentrum zwingend: Auch hier müssen die Patienten die Möglichkeit haben, sich zu jedem Zeitpunkt ihrer Erkrankung vom Sozialdienst beraten zu lassen.

Diese und weitere Kriterien werden bei einem Audit der Experten von OnkoZert überprüft – erteilen diese das Zertifikat, gilt dies für drei Jahre. Jährlich gibt es jedoch auch weitere Überwachungsaudits, bei denen die Fachexperten strichprobenartig erneut prüfen. Schwerpunkte bei diesen Überwachungsaudits bilden, so OnkoZert, u. a. die in den Berichten zu den letzten Audits gemachten Hinweise und Feststellungen.

Quelle: Befund Krebs 4/2012

04.04.13

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