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Darmkrebs: Forschungsprojekt zu Metastasen

Artifan/Shutterstock

Die Haupttodesursache bei Darmkrebs sind Zweittumoren – ausgelöst von Krebszellen, die den Darm verlassen und sich meist in der Leber ansiedeln. Wie und warum sie das tun, ist noch unklar. Eine Reihe kleiner Moleküle könnte helfen, Licht in das Dunkel zu bringen – die sog. Micro-RNAs. Während sie in gesunden Zellen eine Vielzahl lebenswichtiger Prozesse regeln, unterstützen manche Micro-RNAs in Krebszellen offenbar das bösartige Wachstum. Wie das im Detail funktioniert, wollen Forscher aus Heidelberg nun aufklären. Ihr Ziel: ein Ausreiseverbot für bösartige Zellen. Ihre Ausbreitung im Körper soll verhindert werden. Das berichtet die Deutsche Krebshilfe, die das Forschungsvorhaben fördert.

Kleine Moleküle mit großer Wirkung: Micro-RNAs spielen in fast allen Lebewesen eine wichtige Rolle. Dies wurde seit ihrer Entdeckung vor knapp 20 Jahren durch US-Forscher in den letzten Jahren immer deutlicher. Sie bestimmen, in welcher Menge ein bestimmtes Eiweiß hergestellt wird. Wie bei einem Kochrezept ist eine zu geringe Menge einer Zutat wirkungslos, eine Prise zu viel kann das Gericht schon ungenießbar machen. Micro-RNAs ermöglichen sozusagen das Feintuning der Eiweißproduktion und stellen die richtige Balance innerhalb der Zelle sicher. Beim Menschen sind bis heute über 700 verschiedene Micro-RNAs entdeckt worden.

Doch die kleinen Moleküle tun nicht nur Gutes: „Wir vermuten, dass bestimmte Micro-RNAs Krebszellen so umprogrammieren können, dass sich diese im Körper verbreiten“, erklärt Prof. Dr. Heike Allgayer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Bei der Untersuchung von Patientengewebe entdeckten sie und ihr Team, dass bestimmte Micro-RNAs in unterschiedlichen Mengen in gesundem Darmgewebe, Tumorgewebe und umherwandernden Krebszellen vorhanden sind – für die Wissenschaftler ein direkter Hinweis auf deren Einfluss auf das Krebsgeschehen. „Micro-RNAs könnten beispielsweise die Produktion eines krebshemmenden Stoffes hemmen, der eigentlich das Auswandern in andere Organe verhindert“, so Prof. Allgayer weiter.

Die Heidelberger Forscher untersuchen nun, welche Prozesse von den verdächtigen Micro-RNAs in Darmkrebszellen reguliert werden. In weiteren Versuchen klären sie, ob sie das Ausbreiten der Krebszellen verhindern können, indem sie die Micro-RNAs blockieren. „Mit unseren Erkenntnissen wollen wir dazu beitragen, Krebszellen zukünftig gezielt von der Ausbreitung im Körper abzuhalten“, hofft Prof. Allgayer.

Quelle: Befund Krebs 2/2013

28.06.13

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