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Neues Forschungsprojekt im Kampf gegen Metastasen

Wessel du Plooy/Shutterstock

Ein neues Projekt zur Krebsforschung an der Universität Regensburg, gefördert vom Europäischen Forschungsrat (ERC), will die genetischen Unterschiede der Krebszellen bei Tumorerkrankungen in den Blick nehmen. Darauf aufbauend sollen moderne und kombinierte Therapieverfahren gegen Krebs entwickelt werden. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Christoph Klein, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren, greift dabei auf neue Beobachtungen zur Bildung von Metastasen zurück, die Prof. Klein in den letzten Jahren gemacht hat, berichtet die Universität Regensburg.

Krebs ist weiterhin eine tödliche Bedrohung. Zwar lässt sich ein Primärtumor – z. B. im Darm oder in der Brust – häufig problemlos operativ entfernen. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn sich Tochtergeschwülste des Primärherdes, sog. Metastasen, gebildet haben. Bei einigen Patienten entstehen diese erst Monate, Jahre oder gar Jahrzehnte nach der scheinbar „heilenden“ Operation. Prof. Klein entwickelte mit seinem Team zwei Untersuchungsverfahren, mit denen sich die gesamte DNA sowie die gesamte mRNA einer einzigen Tumorzelle vermehren und analysieren lassen. Die mRNA ist die Information, die von Genen abgelesen und dann in Proteine übersetzt wird. Mit den neuen Verfahren ließen sich erstmals detaillierte Aussagen über die gesamte genetische Struktur von Tumorzellen machen.

Mit überraschenden Ergebnissen: So konnten die Forscher zeigen, dass die Streuung von Krebszellen bereits zu einem früheren Zeitpunkt als bislang angenommen stattfindet und auch nicht von der Größe des Primärtumors abhängt. Zudem wurde deutlich, dass sich Primärtumoren und Metastasen nicht selten genetisch unterscheiden. Die Zellen und Ableger ein und desselben „Muttertumors“ haben demnach mehr genetische Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Diese Heterogenität ist auch ein wesentlicher Grund dafür, dass viele Medikamente gegen Krebs nicht die erhoffte Wirkung zeigen.

Das neue Regensburger Forschungsprojekt wird vor diesem Hintergrund gerade die Heterogenität der Tumorzellen in den Mittelpunkt rücken. Es gilt zu verstehen, in welchem Zustand die schon frühzeitig gestreuten Tumorzellen in den Organen vorliegen, welche Signalwege sie benutzen, um zu überleben und wie „schlafende“ Tumorzellen schließlich zu einer lebensbedrohlichen Metastase heranwachsen können. Prof. Klein und sein Team werden sich dabei zunächst auf Krebszellen konzentrieren, die sich im menschlichen Knochenmark festgesetzt haben.

Die Beantwortung der Frage, wie und warum Ableger eines „Mutter-Tumors“ gebildet werden, ist von entscheidender Bedeutung: Denn durch ein Medikament, das gezielt die Ansiedlung von umhergestreuten Zellen verhindern würde, könnte viel Zeit für eine systematische Behandlung und umfängliche Beseitigung der gesamten Krebserkrankung gewonnen werden, heißt es.

Quelle: Befund Krebs 3/2013

01.08.13

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