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Hilfsmittel für Kehlkopfoperierte

Andresr/Shutterstock

Eine Operation, bei der der Kehlkopf entfernt werden muss, ist für viele Betroffene eine große Belastung – die Angst davor, nicht mehr sprechen zu können, und die Frage, wie das Atmen ohne Mund und Nase klappt, kommen zu den allgemeinen Sorgen aufgrund der Krebserkrankung noch hinzu. Umso wichtiger ist es für Kehlkopfoperierte, sich der neuen Herausforderung zu stellen. Verschiedene Hilfsmittel stehen dabei zur Verfügung, um den Betroffenen zu unterstützen.

Nach einer Entfernung des Kehlkopfes liegt der Ausgang der Luftröhre in einer Öffnung im Hals, dem sog. Tracheostoma, über das der Operierte atmet. Um dieses Stoma zu schützen, gibt es verschiedene Hilfsmittel, z. B. einen Stomaschutz, der über die Öffnung geklebt wird, sowie Schutztücher bzw. Stomalätzchen, die wie ein Halstuch oder eine Krawatte getragen werden und die Öffnung so verdecken. Bestimmte Beatmungsfilter, sog. HME-Filter, reinigen die Atemluft, die ja nicht mehr durch das körpereigene Filtersystem in der Nase aufgenommen wird. Diese Filter entfernen nicht nur Fremdkörper, die zu Schleimbildung und Verkrustungen führen können, sondern erwärmen und befeuchten auch die Luft.

Auch beim Sprechen können Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Denn neben dem Erlernen der sog. Ösophagusstimme, einer körpereigenen Sprechstimme mithilfe der Speiseröhre, gibt es für Kehlkopfoperierte noch weitere Möglichkeiten, eine Stimme wiederzuerlangen. So gibt es sog. Stimmventile: Diese werden in eine Verbindung (Shunt) gelegt, die bereits während der Operation zwischen Luft- und Speiseröhre geschaffen wird. Stimmventile bestehen aus Silikongummi und ermöglichen, dass Luft aus der Luft- in die Speiseröhre strömt, es gelangen jedoch keine Speisereste in die Luftröhre. Zum Sprechen kommen dann entweder der eigene Finger oder ein sog. Tracheostoma-Ventil zum Einsatz: Damit wird beim Ausatmen das Stoma verschlossen, sodass die Luft zur Stimmbildung genutzt werden kann, indem sie in der Speiseröhre Schleimhautfalten zum Schwingen bringt. Der Bundesverband der Kehlkopfoperierten betont, dass die Benutzung eines Tracheostoma-Ventils, das sich beim Ausatmen automatisch schließt, hygienischer ist, als wenn man den eigenen Finger zum Verschließen des Stomas benutzt. Aufgrund austretenden Sekrets muss es regelmäßig und gründlich gereinigt werden. Auch das Stimmventil muss täglich mit einer Bürste gereinigt und bei Bedarf gewechselt werden.

Schließlich gibt es noch elektronische Sprechhilfen. Sie sind ein Ersatz für die Stimmlippen und funktionieren unabhängig von der Atemluft: Sie besitzen eine eingebaute Membran, die schwingt, wenn man das Gerät von außen an den Hals drückt. Diese Vibrationen werden auf den Rachen übertragen und es entstehen Töne, die die Lautbildung ermöglichen. Dafür bewegt der Betroffene wie beim normalen Sprechen Lippen und Zunge. Elektronische Sprechhilfen erfordern dadurch, dass sie an den Rachen gehalten werden müssen, immer den Einsatz einer Hand und einige Übung, um sich richtig zu artikulieren, zudem spricht der Betroffene mit einer „Roboterstimme“. Dennoch sind sie eine gute Alternative zu den körpereigenen Sprechmethoden, z. B. in Stress- oder Notsituationen oder wenn die anderen Sprechmethoden nicht erlernt werden können. Neuere Modelle sind zudem in der Lage, verschiedene Tonlagen herzustellen.

Quelle: Befund Krebs 2/2012

19.03.13

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