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Hirntumoren: Das sind die Therapiemöglichkeiten

Timothy Large/Shutterstock

Bei der Therapie von Hirntumoren spielen drei klassische Säulen eine wichtige Rolle: die Operation, die Strahlentherapie und die Chemotherapie. Entscheidend sind Stadium und Art der Hirntumoren, von denen es insgesamt rund 130 Arten gibt. Am häufigsten kommen die astrozytären Gliome vor, die nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft mehr als 60 % aller Hirntumoren ausmachen.

Eingeteilt werden Hirntumoren nach einer Klassifikation der WHO: Laut der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) bezeichnet Grad I gutartige Hirntumoren, die langsam wachsen, bei Grad II gibt es eine erhöhte Neigung zur Rezidivbildung und ein Übergang in bösartige Tumoren ist möglich, Tumoren von Grad III sind bereits bösartig und Grad-IV-Tumoren sind sehr bösartig, da sie schnell wachsen und eine schlechte Prognose haben. Tumoren vom Grad I oder II werden im Allgemeinen nur durch eine alleinige Operation behandelt. Bei den Tumoren der Grade III und IV wird hingegen zusätzlich eine Strahlen- oder Chemotherapie angewandt, so die DKG.

Durch die Operation kann der Tumor, je nach Lage und Größe, vollständig oder auch nur z. T. entfernt werden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass er gar nicht operiert werden kann. In diesen Fällen liegt der Tumor nach Angaben der Deutschen Hirntumorhilfe in Hirnarealen, die für bestimmte Funktionen wichtig sind und die durch eine Operation Schaden nehmen könnten bzw. sogar zerstört werden könnten.

Die Strahlentherapie verlängert laut Gliom-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie die Überlebenszeit bei guter Lebensqualität. Sie wird lokal angewandt, da die Bestrahlung des ganzen Gehirns keine Vorteile bringt. Durch die lokale Strahlentherapie können jedoch höhere Strahlendosen direkt auf die Tumorregion angewandt werden. Laut Hirntumorhilfe kann die Strahlentherapie alleine oder in Kombination mit Operation und Chemotherapie durchgeführt werden.

Die Chemotherapie setzt nach Angaben der Leitlinie ein normales Blutbild und normale Leber- und Nierenfunktion voraus, zudem sollten keine Lungen- und Herzkrankheiten vorliegen. Die Verabreichung der Medikamente kann intravenös oder mit Kapseln erfolgen. Welche Therapeutika verwendet werden, hängt von der Art des Tumors ab. Eine Sonderrolle spielen bei der Therapie von Hirntumoren klinische Studien. Dabei wird in einer ersten Phase, dem sog. Toxizitätstest, mit sehr wenigen Teilnehmern geprüft, ob und wie toxisch bzw. verträglich die neue Substanz ist, informiert die Hirntumorhilfe. In der zweiten Phase, dem Wirksamkeitstext, geht es bei einer größeren Teilnehmerzahl um die Testung der Wirkungsweise, der Art der Anwendung und die Dosis. In der dritten Phase, dem Vergleich mit bewährten Methoden, wird geprüft, ob die neue Therapie besser als andere Therapieformen ist. Das wird an einer großen Anzahl von Patienten untersucht. Eine Übersicht der derzeit offenen, multizentrischen Studien beim Glioblastom findet sich auf der Internetseite der Deutschen Hirntumorhilfe.

Quelle: Befund Krebs 2/2013

28.06.13

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