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Kehlkopfkrebs: Das sind die Therapiemöglichkeiten

Sebastian Kaulitzki/Shutterstock

Wie bei vielen Krebsarten gilt für den Kehlkopfkrebs auch: Je früher er entdeckt wird, desto besser ist er zu behandeln. So ist im Frühstadium, je nach Ausmaß des Tumors manchmal aber auch im fortgeschrittenen Stadium, eine schonende Operation möglich, informiert die Deutsche Krebshilfe.

Dabei muss der Kehlkopf nicht völlig entfernt werden, sondern nur z. T. (sog. Teilresektion), sodass die Stimme erhalten werden kann. Häufig kommen sog. minimal-invasive Verfahren zum Einsatz. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Lasermikrochirurgie, die vor allem bei Operationen, die der Chirurg durch den Mund ausführt, angewendet wird. Mit ihrer Hilfe können Rachen- und Kehlkopfbereiche, die gesund sind, erhalten werden. Außerdem treten durch die Laserchirurgie beim Patienten weniger Probleme auf, was das Schlucken und Atmen betrifft, da die Luftröhre nicht operativ geöffnet werden muss. Auch die Stimme wird weniger beeinträchtigt – ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität.

Ein solcher minimal-invasiver Eingriff über den Mund ist allerdings nicht immer möglich. Die andere Möglichkeit ist daher die Operation des Kehlkopfes und Rachens von außen über die sog. Schildknorpelspaltung. In diesen Fällen müssen meist größere Teile des Rachens oder des Kehlkopfes entfernt werden, so die Deutsche Krebshilfe. Von einer Laryngektomie spricht man, wenn der gesamte Kehlkopf entfernt wird. Laut Apotheken-Umschau ist dann eine normale Atmung nicht mehr möglich, sodass eine künstliche Atemöffnung angelegt werden muss, ebenso können die Betroffenen nicht mehr über die Stimmlippen sprechen. Hier kommen dann elektronische Stimmverstärker zum Einsatz, zudem können Kehlkopfoperierte die sog. Ösophagusstimme erlernen. Darüber hinaus kann es möglich sein, dass der Chirurg das entfernte Gewebe „ersetzen“ muss, beispielsweise zur Rekonstruktion des Schluckweges. Gewebe dafür kann beispielsweise vom Unterarm entnommen werden, allerdings ist dieses Verfahren komplizierter und kann nicht von allen Kliniken angeboten werden. Müssen auch die Lymphknoten am Hals entfernt werden, spricht man von einer Neck Dissection, so die Deutsche Krebsgesellschaft. Dies ist meist dann der Fall, wenn der Tumor bereits in die umliegenden Lymphknoten gestreut hat.

Nach der Operation kommt beim Kehlkopfkrebs auch die Strahlentherapie, häufig kombiniert mit Chemotherapie zum Einsatz. Im Frühstadium ist sogar die alleinige Strahlentherapie ohne Operation eine Möglichkeit, wobei hier eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung sehr wichtig ist, betont die Deutsche Krebshilfe. Ansonsten wird die Strahlentherapie bei fortgeschritteneren Tumoren, z. B. mit Metastasierung, angewandt, und zwar auch dann, wenn der Tumor komplett entfernt werden konnte. Bei zunächst nicht operablen Tumoren kann auch als erste Therapiemaßnahme bestrahlt werden.

Die Gabe von Chemotherapeutika erfolgt oft zusätzlich, um die Strahlenbehandlung zu unterstützen. Dadurch werden die Aussichten auf Heilung verbessert, allerdings kann die Chemotherapie mit Nebenwirkungen einhergehen. Die Kombination von Strahlen- und Antikörpertherapie ist daher eine weitere Möglichkeit. Ob und wie die Strahlentherapie mit anderen Maßnahmen kombiniert wird, ist jedoch immer eine individuelle Entscheidung, da hier auch der Allgemeinzustand des Patienten eine wichtige Rolle spielt, betont die Deutsche Krebshilfe. Eine alleinige Behandlung mit Chemotherapie ist nach Angaben des Bundesverbands der Kehlkopfoperierten derzeit nicht angeraten, da in diesem Fall die Wirksamkeit bisher nicht ausreichend belegt ist.

Quelle: Befund Krebs 2/2013

04.07.13

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