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Musiktherapie – einfach mal abschalten und die Krankheit vergessen

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Eine Krebserkrankung ist oft mit starken Emotionen verbunden – mit Angst, Verzweiflung, Wut, Scham aber auch mit Hoffnung. Viele Patienten fühlen sich von diesen Gefühlen überwältigt und gefangen genommen. Eine Möglichkeit, sich daraus zu befreien, kann die Musiktherapie sein. Töne, Klänge und Schwingungen sprechen auf eine ganz besondere Weise das Innere der Patienten an.

Die verschiedenen Formen der Musiktherapie

Ulrike Haffa-Schmidt arbeitet als Musiktherapeutin in Nürnberg und hat auch eine eigene Praxis. Sie behandelt Patienten nach einer Krebsbehandlung, hilft ihnen, sich zu entspannen und ihren Körper wieder zu spüren. Im Krankenhaus hat sie ihren eigenen Raum für die Musiktherapie. Dort können sich die Patienten hinlegen und den Klängen der Musik lauschen. „Es gibt die rezeptive und die aktive Therapie. Bei der rezeptiven hören die Patienten einfach nur zu und achten darauf, was die Musik in ihrem Körper bewirkt und welche Erinnerungen die Klänge hervorrufen. Bei der aktiven Therapie spielen sie selbst ein Instrument.“

Mit der Musiktherapie neuen Mut schöpfen

Eine Krebsbehandlung dauert oft viele Jahre und die Betroffenen richten ihre Aufmerksamkeit dabei auf ihre Krankheit. Durch die angegriffene Psyche kann der Heilungsverlauf u. U. erschwert werden. Die Musiktherapie kann den Patienten helfen, wieder ins Leben zurück zu finden, die Lebensqualität zu steigern und mit den extremen Emotionen umzugehen. Ulrike Haffa-Schmidt erläutert die Ziele der Therapie: „Für die Patienten ist es wichtig, dass sie wieder Mut schöpfen und selbstbewusst werden, dass sie sich wieder was zutrauen.“

In der Einzelarbeit hilft sie ihren Patienten zu lernen, für sich zu sorgen, sich bewusst Zeit zu nehmen, für die eigenen Bedürfnisse und zu akzeptieren, dass sie nicht perfekt sein müssen. Um die Instrumente zu spielen, müssen sie keine Vorkenntnisse haben und sie müssen auch keine Noten lesen können. „Während der Therapiesitzung sollen die Patienten einfach spüren, was die Musik in ihnen auslöst. Dazu benutze ich Klanginstrumente, wie den Gong, Trommeln, Klangschalen, aber auch klassische Instrumente, wie Gitarren, das Klavier oder das Xylofon“, beschreibt die Musiktherapeutin ihre Arbeit.

Den tristen Klinikalltag für eine Weile vergessen

Ulrike Haffa-Schmidt unterstützt die Patienten psychologisch im Umgang mit Gefühlen, wie Angst, Wut, Scham und Schuld, die die Krebserkrankung bei den Patienten auslösen kann. Sie steht ihnen bei und sorgt dafür, dass die Krebspatienten den tristen Klinikalltag für eine Weile vergessen. Zweimal in der Woche sucht sie ihre Patienten in der Klinik auf und arbeitet über einen längeren Zeitraum, bis zu einem Dreivierteljahr mit ihnen zusammen. Zu Beginn der Sitzung wird gemeinsam mit dem Patienten ein Therapieplan erstellt. „Ich richte mich dabei stark nach den Stimmungen und den aktuellen Problemen der Patienten. Ich muss bereit sein, den Plan jederzeit den Bedürfnissen des Patienten anzupassen“, schildert sie ihren Alltag.

Die Resonanz auf ihre Musiktherapie ist sehr positiv. Die Betroffenen erfahren durch die Musik eine Steigerung ihrer Lebensqualität, sie können besser mit ihrer Angst umgehen und entdecken ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Kreativität auf eine ganz neue Weise. Ganz wichtig ist es, dass die Patienten sich wirklich auf die Musiktherapie einlassen und einfach ausprobieren. „Ich erlebe oft, dass die Patienten hinterher strahlen und glücklich über das Erfolgserlebnis sind.“ In vielen Kliniken ist das psychoonkologische Programm bereits ein fester Bestandteil der Krebstherapie. Neben der Strahlentherapie und medikamentöser Therapie soll diese Form der Behandlung den Patienten Entspannung verschaffen und sie beim Umgang mit ihren Ängsten unterstützen.

Quelle: Claudia Völker

15.04.13

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