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Krebspatienten bestmöglich versorgen

Kiselev Andrey Valerevich/Shutterstock

Wenn Menschen an Krebs erkranken, verändert sich schlagartig das Leben der Betroffenen. In dieser von Unsicherheit und Angst geprägten Situation müssen die Patienten die Gewissheit haben, dass sie nach dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen therapiert werden. Laut Deutscher Krebshilfe sind systematisch entwickelte Leitlinien, wissenschaftlich begründet und praktikabel, Ärzten und Patienten dabei eine große Orientierungs- und Entscheidungshilfe.

Qualitätssicherung hat oberste Priorität

Die Deutsche Krebshilfe hat daher vor vier Jahren gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) das „Leitlinienprogramm Onkologie“ aufgelegt. „Qualitätssicherung muss bei ärztlichen Entscheidungen oberste Priorität haben“, sagt Prof. Dr. Walter Jonat, Mitglied der Deutschen Krebshilfe. „Denn im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns steht der kranke Mensch. Und dieser hat – unabhängig davon, ob er im Süden oder Norden, Westen oder Osten Deutschlands wohnt, ob in einer Großstadt oder in einer ländlichen Region – Anspruch darauf, nach den modernsten medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt zu werden.“ Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das „Leitlinienprogramm Onkologie“ ins Leben gerufen. Das Programm sorgt dafür, dass evidenzbasierte, interdisziplinäre onkologische Leitlinien auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens entstehen, regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden.

Allgemein verständliche Ratgeber

„Wir haben es uns gemeinsam zur Aufgabe gemacht, diese Leitlinien flächendeckend in Deutschland einzuführen, um so zu einer wesentlichen Verbesserung der Qualität in der Behandlung von Krebserkrankungen beizutragen“, sagt Prof. Dr. Michael Bamberg von der Deutschen Krebsgesellschaft. „Es kommt dem Patienten zugute, dass seine Krankheit nicht einseitig aus der Sicht einer einzelnen Fachrichtung betrachtet wird, sondern dass er eine interdisziplinär erarbeitete Therapieempfehlung erhält.“

Nur kurze Zeit nach Beginn des Leitlinienprogrammes haben die drei beteiligten Organisationen die Notwendigkeit erkannt, auf der Basis der ärztlichen Leitlinien auch allgemein verständliche Patientenleitlinien zu entwickeln. Ratgeber geben die wissenschaftlichen und medizinischen Inhalte der Leitlinien in allgemein verständlicher Sprache an die Patienten weiter. „Das erleichtert den Umgang mit der Krankheit und den Ärzten“, sagt Jens-Peter Zacharias, Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe. „Dazu tragen auch die darin enthaltenen Fragenkataloge, Informationen über die Arztgespräche und Zweitmeinung bei sowie Hinweise für eine eigene individuelle Entscheidung.“ Auf diese Weise gelinge es, die Betroffenen zu beruhigen, ihnen Sicherheit zu geben, falsche Erwartungen zu vermeiden und das Informationsgefälle zwischen Arzt und Patient zu reduzieren. „An dieser Aufgabe waren wir maßgeblich beteiligt und haben die Interessen der Patienten vertreten“, so Zacharias weiter.

Hintergrund: Onkologische Leitlinien

Leitlinien sind systematisch entwickelte Empfehlungen, um Ärzten und Patienten die Entscheidung über Maßnahmen der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge einer Krebskrankheit zu erleichtern. Sie stellen ein wesentliches Instrument zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar. Die Handlungsempfehlungen beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, in der Praxis bewährten Verfahren und systematisch in Studien gewonnenen Erkenntnissen. So sorgen die Leitlinien für mehr Sicherheit in der Medizin, sollen aber auch ökonomische Aspekte berücksichtigen. Leitlinien werden in drei Stufen eingeteilt. Stufe 3 ist die höchste Stufe.

Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.

02.05.13

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