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Kurzzeit-Psychotherapie verringert Depressionen bei Brustkrebspatientinnen

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Depressionen zählen zu den häufigsten Begleiterkrankungen bei Brustkrebs – etwa jede fünfte Patientin ist betroffen. Sie verringern nicht nur die Lebensqualität, sondern können auch das Behandlungsergebnis verschlechtern. Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Leipzig haben jetzt nachgewiesen, dass eine spezielle Kurzzeit-Psychotherapie ein wirksames Mittel gegen Depressionen bei Brustkrebspatientinnen ist, berichtet die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

Brustkrebs ist mit vielen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen verbunden. Die langwierige Behandlung führt zu Schmerzen und Erschöpfung. Dazu kommt Todesangst, das eigene Körperbild und die Sexualität können sich verändern, oder die Betroffene zieht sich von ihren sozialen Beziehungen zurück. Wenig erstaunlich ist es deshalb, dass Depressionen die häufigsten seelischen Begleiterkrankungen bei Brustkrebs sind. Rund 22 % der Patientinnen leiden daran.

Unbehandelt sind diese Patientinnen länger arbeitsunfähig, ihre Lebensqualität ist geringer und in einigen Fällen verschlechtert sich dadurch die Behandlungsprognose. „Dennoch werden die seelischen Nöte bei der Behandlung des Tumors häufig außer Acht gelassen“, sagt Prof. Dr. Dipl.-Psych. Manfred Beutel aus Mainz. Und es fehlten bislang Studien zu der Frage, wie Depressionen bei Brustkrebspatientinnen wirksam behandelt werden können. Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Leipzig haben nun nachgewiesen, dass eine spezielle Kurzzeit-Psychotherapie zu einem deutlichen Rückgang der Depressionen bei Brustkrebs-Patientinnen führt.

Die Wissenschaftler teilten 157 betroffene Patientinnen mit deren Einverständnis per Los in zwei Gruppen ein. Die Patientinnen der ersten Gruppe wurden wie üblich behandelt, indem sie an ihre Hausärzte verwiesen und über Beratungsstellen informiert wurden. Die Patientinnen der zweiten Gruppe erhielten eine, in einem Handbuch beschriebene, tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie von bis zu 20 Sitzungen, von jeweils einer Stunde pro Woche. In diesen Sitzungen informierten Psychotherapeuten die Patientinnen über ihre Depression und entwickelten gemeinsam mit ihnen passende Strategien, wie sie die mit ihrer Krebserkrankung verbundenen seelischen Depressionen besser bewältigen können. Die dadurch erzielten Ergebnisse sind deutlich: Innerhalb von acht Monaten bildete sich die Depression bei 57 % der Patientinnen, die an der Therapie teilnahmen, zurück.

Die vergleichbare Quote der anderen Patientinnen betrug lediglich 33 %. „Damit hat sich die Kurzzeit-Psychotherapie als sehr wirksam bei der Behandlung von Depressionen bei Brustkrebspatientinnen erwiesen“, sagt Beutel. „Allerdings sollte die Behandlung frühzeitig erfolgen.“ Betroffene können sich beispielsweise an ihren Hausarzt, Krebsberatungsstellen oder Psychosomatische Kliniken wenden und sich dort über mögliche Therapien informieren. Die Mainzer und Leipziger Forscher gehen davon aus, dass sich die tiefenpsychologisch orientierte Kurzzeit-Psychotherapie auch auf Patienten mit anderen Krebsarten übertragen lässt.

Quelle: Befund Krebs 2/2013

17.07.13

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