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Lymphödeme - Das müssen Betroffene beachten

Juriah Mosin/Shutterstock

Rund 20-30 % der Brustkrebspatientinnen entwickeln laut S3-Leitlinie für Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms ein sekundäres Lymphödem des Armes. Dieses wird als sekundäres Lymphödem bezeichnet, da es als Folge von Verletzungen der Lymphbahnen durch die Tumoroperation, nach der Strahlentherapie oder nach der Entfernung der Lymphknoten, z. B. in der Achsel, entsteht. Überschüssige Lymphflüssigkeit, die nicht richtig abtransportiert werden kann, staut sich im Gewebe und es kommt zu einer Schwellung, die die Funktion des Körperteils, z. B. des Arms, stark beeinträchtigen kann.

Bei Lymphödemen werden verschiedene Stadien unterschieden, im schwersten Stadium entsteht eine sog. Elephantiasis (Elefantenbeine oder -arme) mit einer harten Schwellung und einer erheblichen Beeinträchtigung für die Patientin. Doch soweit muss es nicht kommen. Es stehen verschiedene therapeutische Mittel zur Verfügung, um ein Lymphödem zu behandeln – wichtig ist aber auch, dass Betroffene bestimmte Verhaltensregeln in ihrem Alltag berücksichtigen.

Laut AWMF-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ wird ein Lymphödem mit der sog. physikalischen Entstauungstherapie behandelt. Diese besteht aus verschiedenen Komponenten: der manuellen Lymphdrainage, einer Kompressionstherapie mit speziellen komprimierenden Wechselbandagen bzw. medizinischen Kompressionsstrümpfen sowie entstauenden Bewegungsübungen und entsprechender Hautpflege. Dabei soll in einer ersten Phase die Rückbildung des Ödems erreicht werden, in einer zweiten Phase soll dieser Therapieerfolg dann optimiert und konserviert werden.

Die Kompressionsbandagen werden während der Entstauungsphase und ggf. auch in der Optimierungsphase als Selbstbehandlung angewandt. Sie sollten gleichmäßig Druck ausüben, nicht die Beweglichkeit einschränken, aber auch nicht rutschen und dürfen keinen Schmerzen verursachen. Patientinnen sollten sie 18 bis 22 Stunden am Tag tragen. Kompressionsstrümpfe kommen in der zweiten Therapiephase zum Einsatz: Sie werden nach Maß angefertigt und müssen meist lebenslang getragen werden, um Rückfälle zu vermeiden.

Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle Massagetechnik, die i. d. R. von Physiotherapeuten durchgeführt wird, die entstauende Bewegungs- und Atemtherapie kann als Gruppen- und/oder Einzeltherapie erfolgen. Die dabei erlernten Übungen sollten Betroffene auch zu Hause bzw. am Arbeitsplatz durchführen. Wichtig ist zudem, dass Patientinnen ein weiterführendes Trainingsprogramm als Selbsttherapie mit ihrem Arzt bzw. Therapeuten planen: Positiv wirken sich beispielsweise Radfahren, Walking oder Schwimmen aus. Dabei sollten sie langsam eine Grundkondition aufbauen und sich nicht überlasten.

Lymphödem-Betroffene sollten großen Wert auf die Hautpflege legen. Da die Haut durch den Kontakt mit den Kompressionsmaterialien austrocknen und somit rissig werden kann, kann es zu Pilz- oder bakteriellen Infektionen kommen. Deshalb ist eine gute Hautpflege mit hautverwandten Ölen und Fetten wichtig, z. B. mit natürlichen dermalen Feuchthaltefaktoren wie Urea oder Ceramide.

Und auch im Alltag sollten Brustkrebspatientinnen mit Lymphödem einige Dinge beachten. Die Deutsche Gefäßliga gibt folgende Verhaltenstipps:

  • keine schweren Lasten tragen wie Gepäck oder schwere Einkaufstaschen
  • Verletzungen vermeiden, z. B. durch Küchenmesser, Insekten- oder Tierbisse bzw. Kratzer
  • Hitze (aber auch Kälte) vermeiden, z. B. beim Abwasch, Bügeln oder beim Kochen
  • nicht mit erhobenem Arm putzen
  • keine Armbanduhr an der betroffenen Seite tragen
  • im Haushalt die Armstrümpfe anbehalten und Gummihandschuhe benutzen
  • keine einschneidenden BHs oder Slips, keine engen Gürtel tragen
  • bei der Nagelpflege Verletzungen vermeiden, nicht die Nagelhaut beschädigen
  • nicht in die Sauna und in die Sonne gehen
  • keine reizenden, allergieauslösenden Kosmetika verwenden
  • nicht den Arm selbst knetend massieren
  • die betroffene Gliedmaße nachts hochlagern
  • Zigaretten meiden

Wichtig ist zudem, so die Deutsche Gefäßliga, eine möglichst frühzeitig an die Operation angeschlossene Entstauungstherapie, „da nur dann gute und langfristige Erfolge erzielt werden können“.

Quelle: Befund Krebs 2/2012

15.03.13

Nebenwirkungen einer Brustkrebs Therapie
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