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Neuer Therapiestandard für Nebennierenkrebs

3drenderings/Shutterstock

Das Nebennierenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der im fortgeschrittenen Stadium schwierig zu beherrschen ist. Eine internationale Studie zeigt nun erstmals, mit welcher Chemotherapie sich dieser Tumor am besten behandeln lässt. Das berichtet die Universität Würzburg, an der die Studie koordiniert wurde.

Nebennierenkarzinome werden zu den seltenen Krankheiten gerechnet: In Deutschland treten pro Jahr „nur“ 80 bis 120 Fälle auf. Betroffen sind oft auch junge Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Aussichten auf Heilung stehen schlecht; mehr als die Hälfte der Patienten sterben in den ersten drei bis vier Jahren nach der Diagnosestellung.

Was ein Nebennierenkarzinom so gefährlich macht: Viele Patienten haben schon zu Beginn der Erkrankung Metastasen im Körper, meistens in Leber, Lunge und Knochen. Darum bricht der Krebs auch nach der operativen Entfernung des Tumors – sofern diese überhaupt möglich ist – häufig wieder aus. „Wie diese Krebskrankheit im fortgeschrittenen Stadium am besten zu behandeln ist, war bislang nicht klar“, sagt einer der Autoren der Studie, Priv.-Doz. Dr. Martin Fassnacht aus Würzburg. Darum wurde im Jahr 2004 die internationale Studie FIRM-ACT gestartet. Ihr Ziel: Die beiden Chemotherapie-Strategien zu vergleichen, die den größten Erfolg versprechen.

Die Ergebnisse der Studie sind online im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Resultat: Eine Chemotherapie mit einer Kombination aus vier Wirkstoffen erwies sich als effektiver als die Behandlung mit einer Zweierkombination. Mit der Viererkombination lebten ein Jahr nach dem Beginn der Behandlung noch 26 % der Patienten, ohne dass die Erkrankung in dieser Zeit weiter voranschritt. Mit der Zweierkombination waren es nur 7 %. Bei der Viererkombination war zudem die Zahl der Patienten, bei denen sich die Tumormasse verkleinerte, deutlich größer.

„Die Viererkombination ist damit deutlich effektiver. Ab nun wird sie darum die Standardtherapie bei dieser Erkrankung sein. Aber trotz dieser Verbesserung sterben immer noch sehr viele Patienten“, verdeutlicht Dr. Fassnacht. Die an der Studie beteiligten Zentren wollen deshalb nun weiter daran arbeiten, die Behandlung zu verbessern. „Dank dieser Studie sind die internationalen Zentren für Nebennierenkarzinome jetzt erstmals sehr gut vernetzt. Das wird für die Patienten auf lange Sicht zu neuen, wirksameren Therapien führen“, sagt Prof. Dr. Bruno Allolio, Mitautor der Studie.

Insgesamt waren 304 Patienten mit einem Nebennierenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium in die Studie eingebunden. Betreut wurden sie an 40 medizinischen Zentren in zwölf Ländern in Europa, Australien und den USA. Sie hat laut Dr. Martin Fassnacht mehr Patienten untersucht als alle bisherigen Chemotherapiestudien beim Nebennierenkarzinom zusammen. Aus Deutschland kamen 103 Patienten.

Quelle: Befund Krebs 4/2012

03.04.13

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