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Forscher testen erfolgreich Nierenkrebsimpfstoff

April Cat/Shutterstock

Wissenschaftler u. a. der Universität Tübingen haben in der Fachzeitschrift Nature Medicine die Ergebnisse zweier klinischer Studien mit einem Nierenkrebsimpfstoff veröffentlicht. Der Impfstoff wird therapeutisch verabreicht, wenn der Patient bereits an Krebs erkrankt ist. Der Impfstoff besteht aus zehn synthetischen sog. tumor-assoziierten Peptiden (TUMAPs), die körpereigene Killer-T-Zellen gegen den Tumor aktivieren. Im Gegensatz zu Chemotherapien werden hier die körpereigenen Abwehrkräfte gezielt gegen den Tumor mobilisiert. Die Ergebnisse der Studien zeigen laut einer Mitteilung der Universität Tübingen, dass die aktive Immunisierung gegen Krebs erfolgreich sein und das Leben deutlich mehr verlängern kann.

Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee, Leiter der Abteilung Immunologie der Universität Tübingen, schätzt diese Arbeit als einen „Meilenstein in der Entwicklung der Krebsimmuntherapie“ ein. „Das hier angewandte Prinzip der aktiven Immunisierung gegen Krebsantigene, die zuvor auf Krebszellen identifiziert worden waren, ist auf praktisch alle Krebsarten anwendbar.“ Ähnlich erfolgreiche klinische Studien seien bereits unter Tübinger Leitung beim Darmkrebs und beim Prostatakrebs gelaufen. Derzeit laufen Studien beim Hirntumor Glioblastom, und weitere, etwa gegen Leberkrebs und Ovarialkarzinom, sind in Vorbereitung, so Prof. Rammensee. Auch Studienleiter Prof. Dr. Arnulf Stenzl ist von den Ergebnissen überzeugt: „Alle bisher eingesetzten Medikamente haben zwar eine deutliche Verbesserung in der Einschränkung des Tumorwachstums beim Nierenkrebs gebracht, jedoch haben sie nicht die gewünschte Lebensverlängerung oder gar Heilung erzielt. Daher ist die nun weiterentwickelte aktive Immunisierung in Kombination mit einer niedrig dosierten einmaligen Chemotherapie auch klinisch als ein Meilenstein in der Behandlung des Nierenzellkarzinoms, aber möglicherweise auch anderer bösartiger Tumoren zu werten.“

Ein besonderer Aspekt der vorliegenden Nierenkrebsstudie ist eine tiefgehende Analyse der Immunantwort gegen die eingesetzten Krebsantigene mithilfe von Biomarkern. Insbesondere die Eigenschaften der beteiligten weißen Blutkörperchen im Verlauf der Impfung wurden detailliert gemessen. Letzteres erforderte eine generalstabsmäßige Logistik, um diese Zellen aus allen beteiligten über ganz Europa verstreuten Studienzentren in gutem Zustand tiefgefroren zur Analyse nach Tübingen zu bringen. Die Studie zeigt, dass bei Nierenkrebspatienten mit nachweisbaren T-Zell-Reaktionen gegen zwei oder mehr tumorassoziierte Peptide (TUMAPs) Immunreaktion und klinischer Verlauf eindeutig miteinander in Zusammenhang stehen. Das bestätigt die Hypothese, dass krebstherapeutische Maßnahmen durch eine breit angelegte Aktivierung des Immunsystems gegen mehrere Zielstrukturen auf der Tumoroberfläche gleichzeitig weiterentwickelt werden können.

Quelle: Befund Krebs 5/2012

11.04.13

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