- Anzeige -

Sie sind hier: Startseite - Rehabilitation - Anschlussheilbehandlung - Onkologische Reha: Das müssen Krebspatienten wissen

Onkologische Reha: Das müssen Krebspatienten wissen

rj lerich/Shutterstock

Krebs ist eine Krankheit, die vieles verändert, es herrscht, vor allem in den ersten Wochen nach der Diagnose, eine Art Ausnahmezustand. Dennoch ist es nach einer Krebserkrankung sinnvoll, wieder in den normalen Alltag zurückzukehren, zu arbeiten, für die Familie da zu sein, wie früher seinen Interessen und Hobbys nachzugehen. Den Weg dorthin soll die onkologische Rehabilitation ebnen.

I. d. R. dauert eine onkologische Reha drei Wochen, sie kann ambulant oder stationär erfolgen, informiert die Deutsche Rentenversicherung, die mit den gesetzlichen Krankenkassen Trägerin der Maßnahme ist (bei Privatpatienten übernehmen manchmal auch die privaten Kassen die Kosten). Ziel ist es, körperliche und psychische Konsequenzen der Krebserkrankung zu diagnostizieren und zu behandeln – und dies kann je nach Krebsart anders aussehen. Bei Brustkrebspatientinnen steht beispielsweise oft die Vorbeugung und Behandlung von Lymphödemen im Vordergrund, am Kehlkopf Operierte erhalten Sprachschulungen, bei Prostatakrebspatienten geht es zumeist um Probleme mit der Kontinenz und die Sexualfunktion.

Folgende Bedingungen listet die Deutsche Rentenversicherung auf, damit eine onkologische Reha erfolgen kann: Erstens muss eine entsprechende Krebsdiagnose vorliegen. Zweitens muss die Erstbehandlung wie Operation oder Strahlentherapie abgeschlossen sein, eine laufende chemotherapeutische Behandlung ist dagegen kein Hinderungsgrund. Drittens müssen die physischen, psychischen, sozialen sowie beruflichen Belastungen, die durch die Tumorerkrankung entstanden sind, therapierbar sein. Zuletzt muss der Patient ausreichend belastbar für die Reha-Maßnahme sein.

Was das Versicherungskonto angeht, muss eine von drei Voraussetzungen erfüllt sein, so die Deutsche Rentenversicherung: In den letzten zwei Jahren vor der Antragstellung wurden Pflichtbeiträge für einer versicherte Beschäftigung für mindestens sechs Monate eingezahlt oder zum Zeitpunkt der Antragstellung ist die allgemeine Wartezeit erfüllt oder innerhalb von zwei Jahren nach einer Ausbildung wurde eine versicherte oder selbstständige Tätigkeit aufgenommen und bis zur Antragstellung ausgeübt. Auch wer nach einer Beschäftigungsaufnahme arbeitsunfähig oder arbeitslos war, erfüllt die Voraussetzung.

Zu beachten ist, dass für Personen, für die die gesetzliche Rentenversicherung keine onkologische Reha übernehmen kann, beispielsweise Beamte oder versicherungsfreie Rentner, sich auch an ihre Krankenkasse wenden können. I. d. R. klären die Träger jedoch die Verantwortlichkeit unter sich. Anträge gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung, in Auskunfts- und Beratungsstellen, den Servicestellen für Rehabilitation, bei den gesetzlichen Krankenkassen, Versicherungsämtern und den Versichertenberatern. Für den Antrag braucht man eine ärztliche Stellungnahme sowie einen aktuellen Befundbericht, ein Gutachten oder einen Krankenhausbericht, so die Deutsche Rentenversicherung.

Bei einer stationären Reha müssen i. d. R. 10 Euro pro Tag (höchstens 42 Kalendertage) zugezahlt werden, dabei werden die Aufenthalte in anderen Kliniken mitgezählt. Bei Personen mit einem niedrigen Einkommen gibt es jedoch die Möglichkeit einer Befreiung. Befreit sind ebenfalls Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Unter bestimmten Bedingungen wird Übergangsgeld als Ersatz für den Einkommensausfall gezahlt; auch Hilfen im Haushalt und bei der Kinderbetreuung können in einigen Fällen übernommen werden. Kinder können u. U. auch mit in die Reha-Einrichtung genommen werden.

Wer an eine^r Reha interessiert ist, kann die Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation aufsuchen, die neutral und kostenlos informieren und zwar über die Angebote aller Kostenträger. Unter www.reha-servicestellen.de ist es möglich, die nächste Servicestelle zu ermitteln. Die Deutsche Rentenversicherung hat zudem ein kostenloses Service-Telefon eingerichtet, unter der Nummer 08 00/10 00 48 00 können sich Interessierte Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 19.30 Uhr und freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr informieren.

Quelle: Befund Krebs 1/2013

25.04.13

Newsletter An-/Abmeldung

Code: MSGZ

Schriftzug Anzeige