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Psychoonkologie: Die Seele leidet bei Krebserkrankung mit

absolut/Shutterstock

Wer an Krebs erkrankt, leidet nicht nur körperlich. Auch die Seele ist häufig von der Diagnose Krebs betroffen. Einem Artikel zufolge, der in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nervenheilkunde veröffentlicht wurde, leiden im Verlauf ihrer Krankheit etwa ein Viertel bis ein Drittel der an Krebs Erkrankten an behandlungsbedürftigen psychischen Störungen und Belastungen.

Angst ist dabei ein zentrales Thema – vor allem die Angst vor einem Fortschreiten der Krankheit, vor Metastasen oder Rezidiven ist eine ungeheure Belastung. Psychoonkologen nennen diese Angst vor dem Fortschreiten nach dem lateinischen Begriff Progredienzangst, so die Bayerische Krebsgesellschaft in einer Publikation zu diesem Thema. So könne jeder Nachsorgetermin bereits Wochen vorher quälende Gedanken hervorrufen. Dazu kommen aber auch noch Gefühle des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit, das Bewusstsein der Endlichkeit des eigenen Lebens und Fragen nach dem Lebenssinn, die ebenfalls sehr belastend sein können. Darüber hinaus können im Zuge der Krebserkrankung Belastungen im Alltag auftreten – in der Familie, im Job oder generell im sozialen Bereich, z. B., wenn man seinen Hobbys und Interessen nicht mehr wie gewohnt nachgehen kann und darüber vielleicht auch soziale Kontakte vernachlässigt.

Bei derartigen Belastungsfaktoren ist es im Grunde nicht sehr verwunderlich, dass manche Krebserkrankte beispielsweise Depressionen entwickeln. Sog. psychoonkologische Interventionen sollen hier eingreifen und helfen, die seelische Gesundheit wiederherzustellen. Zu diesen Interventionen gehören beispielsweise sog. psycho-edukative sowie kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapien. Während das erste Verfahren auf Informationsvermittlung und emotionaler Entlastung beruht, geht es bei kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapien vor allem darum, bestimmte belastende Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen bewusst zu machen und ggf. zu korrigieren. Darüber hinaus zählen auch Entspannungsverfahren oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe, zu der beispielsweise der Kontakt von einem Psychoonkologen hergestellt werden kann, zu den Leistungen der Psychoonkologie.

Insgesamt wirken solche psychoonkologischen Interventionen gut, betont Priv.Doz. Dr. Susanne Singer aus Leipzig, die die Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) leitet. „Wir wissen mittlerweile aus einer Metaanalyse, dass die psychoonkologischen Interventionen, die wir anbieten, kurz, mittel- und langfristig wirksam sind“, sagte sie auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin in einem Interview mit der DKG. So können psychische Belastungen, aber auch Depressivität und Ängstlichkeit durch psychoonkologische Maßnahmen reduziert werden. In manchen Fällen steigt dadurch auch die Lebensqualität wieder deutlich an, erläuterte Priv.-Doz. Singer. Um die Qualität der psychoonkologischen Versorgung sicherzustellen, soll Ende des Jahres auch eine eigene S3-Leitlinie zur psychoonkologischen Versorgung und Diagnostik erscheinen.

Weitere Informationen für Krebserkrankte und Angehörige bietet die Broschüre Psychoonkologie der Bayerischen Krebsgesellschaft.

Quelle: Befund Krebs 4/2012

08.04.13

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