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Beratungshotline des BPS feiert Jubiläum

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Die Beratungshotline des Bundesverbands Prostata Selbsthilfe (BPS) feiert in diesem Jahr fünfjähriges Bestehen und kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Das verrät Fritz Dauth, Koordinator der BPS-Beratungshotline, im Interview.

Die BPS-Beratungshotline bietet seit dem 5. Februar 2008 Betroffenen Rat und Hilfe. Ein Grund für Sie zum Feiern?

Beim Start vor fünf Jahren konnten wir nicht ahnen, dass wir mit unserem Beratungsangebot solchen Zuspruch erhalten würden. Infrastruktur und Abläufe werden daher regelmäßig den Bedürfnissen angepasst. Als Beispiel möchte ich nur die Einführung einer für Anrufer aus dem deutschen Festnetz kostenfreien Rufnummer 08 00/7 08 01 23 am 1. Januar 2010 erwähnen. Für Anrufer aus Mobilfunknetzen und aus dem Ausland sind wir unter der Rufnummer 02 28/28 64 56 45 erreichbar. Wie zu erwarten, stieg damit das Anrufaufkommen noch einmal an. Die ausgesprochen positiven Rückmeldungen zeigen, dass wir in den letzten fünf Jahren eine gute und vor allem auch wichtige Arbeit geleistet haben. Insofern denke ich, dass wir durchaus Grund zum Feiern haben.

Warum eine Beratungshotline?

Im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen einer Krebserkrankung tauchen viele, teils auch komplexe Fragestellungen auf. Es war uns ein besonderes Anliegen, Männern mit Prostatakrebs und natürlich auch deren Angehörigen eine möglichst niederschwellige Informationsmöglichkeit zu bieten. Wir informieren von der Früherkennung über die verschiedenen Diagnose- und Therapieformen bis hin zu Fragen der Nachsorge und geeigneten Komplementärmaßnahmen. Das Besondere an unserem Angebot ist, dass die Berater ausnahmslos selbst Betroffene sind und sich damit auf der gleichen Gesprächsebene wie die Ratsuchenden befinden. Deren Sorgen und Nöte sind den Beratern aus eigenem Erleben gut bekannt. Von den mehr 1.000 Beratungsgesprächen im Jahr stehen mehr als die Hälfte der Anrufer noch vor einer Therapieentscheidung. Ergänzend zur professionellen, ärztlichen Beratung bieten wir weiterführende Informationen und verstehen uns bei Bedarf auch als unabhängige Lotsen zu weiteren Informationsquellen. Unsere Beratung erfolgt absolut unabhängig und ohne Einflussnahme durch Kliniken, Ärzte oder Firmen und verfolgt keinerlei finanzielle Interessen. Der Beratung liegt die Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) zugrunde.

Wie wurden und werden die Berater auf ihre Aufgabe vorbereitet?

Unser Beraterteam besteht nicht aus medizinischen oder juristischen Experten, sondern aus ehrenamtlich tätigen Männern, die selbst an Prostatakrebs erkrankt und daher aus Patientensicht mit dieser Situation vertraut sind. Sie kennen aus eigenem Erleben die Ängste und Nöte Betroffener und stehen ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne mit Rat und Tat zur Seite. Die Eignung für den Telefondienst wird anhand eines speziellen Auswahlverfahrens überprüft. Neue Interessenten werden von ihrem persönlichen Mentor auf die selbstständige Beratung auch durch praktische Begleitung auf den Telefondienst vorbereitet. Die stete Weiterbildung ist fester Bestandteil und ist verpflichtend für alle Berater. Dazu und zum Erfahrungsaustausch treffen sich die Berater zu zwei jeweils zweitägigen Veranstaltungen jährlich. Neben der Weiterbildung im medizinischen Bereich und der Psychoonkologie wurden in der Vergangenheit auch mehrere Seminare zur Kommunikationstechnik durchgeführt. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch die beiden zusammen mit dem Krebsinformationsdienst durchgeführten Workshops, die uns wichtige Impulse zur Weiterentwicklung lieferten.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass medizinische Fragestellungen meist im Vordergrund stehen. Wir versuchen, die meist stark verdichteten Erläuterungen der Ärzte laiengerecht zu erläutern und beziehen uns dabei auf die jeweils aktuellen Leitlinien. Auf Wunsch und bei Bedarf erhalten die Anrufer auch schriftliches Informationsmaterial, z. B. Patientenratgeber. Wie bereits erläutert, verstehen wir uns aber auch als Lotsen und vermitteln, abhängig von der Fragestellung, auch weiterführende Kontakte zu professionellen Diensten wie z. B. zum Krebsinformationsdienst oder der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Häufig sind hinter medizinischen Fragestellungen grundsätzliche Probleme der Krankheitsbewältigung verborgen. In diesen Fällen kann dann unsere ganz spezielle Betroffenenkompetenz als Experten in eigener Sache sehr hilfreich sein. Insofern leisten wir auch psychoonkologische Unterstützung zum Umgang mit der Erkrankung und deren Folgen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Die befürchtete/erwartete Kritik an unserem Beratungsangebot von ärztlicher Seite blieb weitgehend aus. Die zu Anfang verhalten geäußerte Skepsis wich einer überwiegend positiven Resonanz. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir durch unsere gute und vor allem auch unabhängige Unterstützung Ratsuchender auch die letzten Zweifler aus dem professionellen Lager für unsere gute Sache und zum Nutzen unserer Mitpatienten gewinnen können.

Die Patientenhotline ist erreichbar:
An den Wochentagen: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag jeweils von 15 bis 18 Uhr
Kostenfrei aus dem deutschen Festnetz: 08 00/7 08 01 23
Aus dem Ausland und aus Mobilfunknetzen: 02 28/28 64 56 45

Quelle: Befund Krebs 3/2013

30.07.13

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