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Krebsverband Baden-Württemberg: Reha-Netz JUKiE geht an den Start

Jaimie Duplass/Shutterstock

Mit dem Reha-Netz „JuKiE“ stellt der Krebsverband Baden-Württemberg ein Projekt vor, dass Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit schweren körperlichen Erkrankungen in einer beruflich-medizinischen Orientierungsphase die Möglichkeit gibt, sich für die Zukunft in Schule, Studium oder Beruf neu zu orientieren und weiterzuentwickeln.

„Krebskranke Jugendliche und junge Erwachsene brauchen unsere besondere Unterstützung. Es gibt zwar enorme Heilungserfolge, aber neben den Erfolgen der medizinischen Behandlung ist die Weiterbetreuung, die schulische Entwicklung und berufliche Zukunft der Jugendlichen eine ebenso große Herausforderung“, beschreibt Hubert Seiter, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Krebsverbandes, die Ziele des Projekts: „Ein Projekt, das an einer für die einzelne junge Person entscheidenden Schnittstelle ansetzt“, ist Prof. Walter Aulitzky, Vorsitzender des Krebsverbands Baden-Württemberg, überzeugt. „In der Behandlung krebskranker Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener hat die Medizin in den letzten 20 Jahren außergewöhnliche Erfolge erzielt. Acht von zehn betroffenen Kindern und Jugendlichen können inzwischen geheilt werden oder haben eine große Chance, lange Zeit mit der Krankheit zu überleben. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass eine erfolgreiche Krebstherapie i. d. R. körperliche und seelische Folge- bzw. Bewältigungsprobleme hinterlässt. Ohne qualifizierte Nachbetreuung und Unterstützung bleiben die Erfolge der Akutmedizin häufig nur Stückwerk. Vergleichbares gilt für chronisch schwer herzkranke Kinder und Jugendliche ebenso wie an Mukoviszidose Erkrankte.“

In den letzten Jahren haben sich einige wenige Rehabilitationskliniken sehr konsequent auf die Therapie dieser schwer- und chronisch kranken Patienten und ihrer Familien spezialisiert. Mit der Forschungsinitiative und im Verbund mit den Einrichtungen will der Krebsverband diese Ansätze ausbauen und beschreitet damit neue Wege in der Rehabilitation. Nach oft sehr langen Behandlungszeiten bestehen große Defizite schulischer und/oder beruflicher Art. Zwar werden in der medizinischen Rehabilitation schulische Probleme aufgegriffen, körperliche, geistige und psychische Folgeprobleme machen allerdings sehr häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine neue oder modifizierte schulische bzw. berufliche Orientierung erforderlich. Erste Schätzungen gehen von bis zu 300 Jugendlichen und jungen Erwachsenen allein in Baden-Württemberg aus. Diese Jugendlichen muss man erkennen, sorgfältig ihre Probleme erfassen und die Leistungsfähigkeit testen und erproben, erklärt der Krebsverband.

Gerade die innovative Zusammenarbeit der Einrichtungen soll in dieser schulischen bzw. beruflichen
Orientierungsphase die Jugendlichen unterstützen. Das Reha-Netz „JuKiE“ habe sich daher zum Ziel gesetzt, die Chancen zur Wiedereingliederung zu verbessern und eine nachhaltige Integration der betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schule, Studium, Beruf und Gesellschaft zu erreichen. Das in dieser Form bundesweit einmalige Pilotprojekt startete Anfang 2012 und wird zwei Jahre dauern. Erklärtes Ziel aller Beteiligten sei jedoch die Fortsetzung und Regelfinanzierung auch über den Projektzeitraum hinaus.

Quelle: Befund Krebs 3/2012

26.03.13

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