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Durchführung

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Durchführung einer Strahlentherapie

Die Durchführung einer Strahlentherapie hängt von der einzusetzenden Behandlungsform ab. Bei der Brachytherapie wird eine Strahlenquelle in den Körper eingebracht, die dort entweder für einen gewissen Zeitraum oder dauerhaft verbleibt. Soll eine externe Strahlentherapie durchgeführt werden, entweder allein oder in Kombination mit einer Brachytherapie, so ist zunächst eine Besprechung und Planung der Therapie erforderlich. Die anschließende Durchführung erfolgt auf mehrere Termine verteilt, man spricht von einer so genannten Fraktionierung.

Die verschiedenen Termine einer externen Strahlentherapie

Der erste Termin in einer strahlentherapeutischen Praxis dient der Führung eines ausführlichen Aufklärungsgespräches. Es werden Ziel und Ablauf der Behandlung und ihre ungefähre Dauer besprochen. Das Aufklärungsgespräch bietet dem Patienten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Ratschläge zum richtigen Verhalten während der Therapie zu bekommen. Außerdem werden mögliche Nebenwirkungen aufgezeigt.

Beim zweiten Termin erfolgt dann die genaue Planung der Bestrahlung. Dazu muss zunächst eine Computertomografie (CT) zur genauen Lokalisierung des Tumors und zur Bestimmung seiner Größe durchgeführt werden. Die CT-Bilder werden in einen Bestrahlungsplanungs-Computer importiert. Auf ihrer Grundlage wird die zu bestrahlende Region genau bestimmt und die Anordnung der einzelnen Bestrahlungsfelder berechnet. Grundsätzlich erfolgt die Bestrahlung über mehrere Felder bzw. Einstrahlrichtungen, die nacheinander bestrahlt werden. Alle Felder zusammen werden als eine Fraktion bezeichnet. Während der Planungsphase wird zudem die Gesamtdosis der Strahlung ermittelt, die verabreicht werden soll. Die gesamte Planung erfolgt in der Regel am Computer unter Verwendung spezieller Software, die darauf ausgelegt ist, einen Therapieplan zu berechnen, der den Tumor möglichst einheitlich und hoch dosiert trifft und dabei die Belastung des umliegenden Gewebes minimiert. Als Endergebnis entsteht schließlich der fertige Bestrahlungsplan. Beteiligt an der Erstellung sind in der Regel sowohl Ärzte als auch Medizin-Physiker.

Die erste Behandlung erfolgt somit erst beim dritten Termin. Für sie ist in der Regel etwas mehr Zeit einzuplanen als für die nachfolgenden Termine, da vor Beginn noch einmal alle Einzelheiten zu der bevorstehenden Strahlentherapie geprüft werden. Pro Bestrahlungsfeld dauert die Behandlung ca. 1 bis 2 Minuten. Für die meisten Patienten bedeutet dies pro Tag eine Zeit von ca. 5 bis 10 Minuten, die auf dem Bestrahlungstisch verbracht werden muss. In sehr komplizierten Fällen mit sehr vielen Bestrahlungsfeldern kann der zeitliche Aufwand mehr als 15 Minuten betragen, dies ist jedoch selten. Ist die letzte Bestrahlung des Therapieplanes erfolgt, wird im Anschluss eine Abschlussuntersuchung mit einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Arzt durchgeführt.

Dosierung

Die Dosierung einer Strahlentherapie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind in erster Linie die Art und das Stadium der Krebserkrankung, die behandelt werden soll. Auch die einzusetzende Behandlungsart hat einen großen Einfluss. Heute ist die Standardmethode der Einsatz einer Fraktionierung, bei der die zu verabreichende Gesamtdosis auf viele kleine Einzeldosen aufgeteilt wird.

Fraktionierung und Gesamtdauer der Strahlentherapie

In Nordamerika, Australien und Europa ist der typische Zeitplan einer fraktioniert durchzuführenden Strahlentherapie für Erwachsene eine Behandlung an 5 Tagen pro Woche. Pro Behandlungstag werden etwa 1,8 bis 2,0 Gy (Gy = Gray, eine Dosiseinheit) verabreicht. Bei Kindern werden nur 1,5 bis 1,8 Gy pro Behandlung verabreicht, es wird also mit niedrigeren Dosen behandelt als bei Erwachsenen. Für manche Krebsarten besteht das Problem, dass die Tumoren wieder mit dem Wachstum beginnen, wenn die Fraktionierung über einen zu langen Zeitraum erfolgt. Dazu zählen zum Beispiel Kopf- und Halstumoren, sodass bei ihnen die Behandlung innerhalb eines bestimmten Zeitfensters abgeschlossen sein sollte.

Die Gesamtdauer der Therapie hängt neben der Häufigkeit der Bestrahlungen auch von der zu verabreichenden Gesamtdosis ab. Diese variiert zwischen verschiedenen Krebsarten. Es müssen entsprechend viele Sitzungen erfolgen, um die zuvor festgelegte Gesamtdosis zu erreichen. Der Gesamtzeitraum der Durchführung einer Strahlentherapie kann sich je nach Erkrankung von 2 Wochen mit 10 Sitzungen bis auf über 8 Wochen mit 42 Sitzungen erstrecken.

Lydia Köper

27.07.11

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