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Stufentherapie gegen Krebsschmerzen

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„Werde ich große Schmerzen haben?“ – das ist eine Frage, die sich viele Krebspatienten zum Zeitpunkt ihrer Diagnose stellen. Die Angst vor Schmerz kann sehr quälend und eine große Belastung sein. Schmerzen lassen sich heutzutage jedoch gut behandeln und viele Menschen mit Krebs leiden selbst bei einer fortschreitenden Tumorerkrankung nicht übermäßig darunter. Die Medizin verfügt heutzutage über genaue Erkenntnisse darüber, was bei der Schmerzwahrnehmung passiert und wie psychische und physische Faktoren zusammenwirken, berichtet die Deutsche Schmerzhilfe.

Daher soll, so die Deutsche Schmerzhilfe, eine Schmerztherapie konsequent vollzogen werden und beim Patienten eine Spirale aus Angst, Hoffnungslosigkeit und Schmerz verhindern. Aus diesem Grund wenden Ärzte heutzutage eine Stufentherapie nach einem Schema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an: Das bedeutet, dass die Stärke des Schmerzmittels der des Schmerzes angepasst wird und sich an dieser ausrichtet. Dabei gibt es drei Stufen, in die die Schmerzmedikamente eingeteilt werden, beschreibt die Deutsche Krebsgesellschaft:

Auf der ersten, schwächsten Stufe stehen die Nichtopiode: Das sind eher schwache Schmerzmittel, die man auch aus dem Alltag kennt, wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac und Paracetamol. Sie sind laut Krebsgesellschaft bei leichten bis mittleren Schmerzen die Mittel der Wahl und gut zur Linderung geeignet, z. B. bei Weichteil- und Knochenschmerzen. Die Mittel dieser Stufe wirken an den Schmerzrezeptoren und haben eine Höchstdosis, schreibt die Deutsche Krebshilfe im Blauen Ratgeber zu Schmerzen.

Die zweite Stufe bilden die schwach wirkenden Substanzen, wie u. a. Tramadol oder Codein, die dann verabreicht wirken, wenn die Medikamente der Stufe eins nicht mehr gegen die Schmerzen helfen. Oft ist die Einnahme solcher Schmerzmittel mit der Angst vor Abhängigkeit verbunden. Opiode führen der Krebsgesellschaft zufolge jedoch nicht zur psychischen Abhängigkeit, wenn sie zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden und nicht als Rauschmittel missbraucht werden. Sie geben ihre Wirkstoffe so ab, dass nur der Schmerz ausgeschaltet wird, deshalb kommt es i. d. R. nicht zu Rauschzuständen. Sie können demnach gut über längere Zeit eingenommen werden. Auch bei ihnen gibt es laut Krebshilfe eine Höchstdosierung.

Auf Stufe drei stehen schließlich mit den starken Opioiden Schmerzmittel, die gegen sehr starke Schmerzen wirken, wie Morphin und Buprenorphin, das als Tablette unter die Zunge gelegt wird und deshalb auch bei Menschen, die unter Schluckstörungen leiden, verwendet werden kann. Zu den starken Opioiden zählen auch Hydromorphon und Oxycodon. Des Weiteren, so die Krebsgesellschaft, könnten transdermale Pflaster zum Einsatz kommen. Diese haben den Vorteil, dass sie auch bei Problemen im Magen-Darm-Trakt sowie bei Schluckstörungen eingesetzt werden können.

Darüber hinaus gibt es innerhalb dieses Stufenschemas Möglichkeiten zur Kombination und Flexibilität. Die Krebshilfe betont, dass man bei starken Schmerzen ein Medikament der dritten Stufe geben und dann bei einer Linderung zu schwächeren Mitteln greifen kann. Ziel sei dabei immer eine schnelle Schmerzlinderung mit möglichst wenigen Nebenwirkungen. Bei der Kombination verschiedener Schmerzmittel muss der Arzt jedoch achtgeben, dass sich die verschiedenen Wirkstoffe nicht gegenseitig „im Wege stehen“.

Insgesamt soll mit der Stufentherapie erreicht werden, dass Krebspatienten nicht von ihren Schmerzen beherrscht werden, sondern Lebensqualität gewinnen, betont die Deutsche Schmerzhilfe. Dazu ergänzend beitragen können zudem Physio- aber auch Psychotherapie sowie soziale Aktivitäten wie Selbsthilfegruppen, denn auch die Seele spielt bei der richtigen Behandlung von Schmerzen eine wichtige Rolle.

Quelle: Befund Krebs 1/2013

26.04.13

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