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Therapiemöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Brasiliao/Shutterstock

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört immer noch zu den Tumorerkrankungen mit einer eher schlechten Prognose. Ein wesentliches Kriterium für Therapie und Heilungschancen ist der Zeitpunkt, zu dem der Tumor entdeckt wird.

Hat der Tumor noch nicht gestreut, erfolgt eine Operation, die jedoch nur durchgeführt wird, wenn die Ärzte auch der Ansicht sind, die Erkrankung heilen zu können. Dabei wird, wenn möglich, so operiert, dass kein Krebsgewebe mehr im Körper zurückbleibt – auch bei lokal fortgeschrittenen Tumoren, bei denen eventuell entsprechende Nachbarorgane ebenfalls operiert werden, informiert die S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom.

Wie die Operation erfolgt, hängt laut Krebsinformationsdienst davon ab, wo der Tumor innerhalb der Bauchspeicheldrüse sitzt – es gibt daher verschiedene Operationsverfahren, die der Arzt anwenden kann. Bei der sog. Whipple-Operation, ein komplexer und großer Eingriff, entfernt der Operateur neben dem Pankreaskopf und dem Zwölffingerdarm zudem die Gallenblase, einen Gallengang und Teile des Magens. Trotz Operation können nicht alle Patienten geheilt werden. Das Langzeitüberleben der in heilender Absicht operierten Patienten liegt bei unter 20 %, heißt es in der Leitlinie. Bei vielen Patienten treten trotz der Entfernung des Primärtumors Rezidive oder Metastasen auf.

Wichtig für die Operation ist, dass der Krebs noch nicht gestreut hat: Wenn vor oder während des Eingriffs Metastasen festgestellt werden, werden die Bauchspeicheldrüse bzw. Teile davon nicht entfernt. Laut Leitlinie bringt die Entfernung des Primärtumors dann keinen Vorteil mehr in Bezug auf die Prognose und das Überleben.

Nach der Operation schließt sich meist eine Chemotherapie an, die sog. adjuvante Chemotherapie. Voraussetzung ist nach Angaben der Leitlinie jedoch, dass die Ärzte mit der Intention, den Krebs zu heilen, operiert haben. Studien haben gezeigt, dass Patienten, die eine nachfolgende Chemotherapie erhalten, länger krankheitsfrei bleiben, wenn auch nicht geklärt ist, ob sie insgesamt länger überleben. Jedoch ist durch ein Wiederauftreten der Erkrankung die Lebensqualität derart eingeschränkt, dass es laut Leitlinie sinnvoll ist, dieses mittels einer Chemotherapie hinauszuzögern. Voraussetzung ist jedoch, dass keine Fernmetastasen vorliegen. Die Chemotherapie beginnt wenn möglich innerhalb von sechs Wochen nach der Operation und dauert etwa sechs Monate.

Chemotherapie erfolgt i. d. R. aber auch, wenn bereits Metastasen aufgetreten sind, jedoch in palliativer Absicht, denn der Krebs gilt dann nicht mehr als heilbar. Das bedeutet, dass den Patienten ein längeres Überleben und eine bessere Lebensqualität ermöglicht werden sollen. Meist wird für die Chemotherapie das Medikament Gemcitabin eingesetzt, u. U. in Kombination mit anderen Zytostatika. Auch eine Kombination mit Erlotinib ist möglich. Erlotinib gehört laut Krebsinformationsdienst zu den sog. zielgerichteten Krebsmedikamenten. Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mit Gemcitabin und Erlotinib behandelt werden, etwas länger leben. Die Strahlentherapie kommt laut Leitlinie beim metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs vor allem dann zur Anwendung, wenn Metastasen in den Knochen oder im Gehirn auftreten.

Quelle: Befund Krebs 3/2013

02.08.13

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