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Forscher identifizieren Ursache von Prostatakrebs bei jüngeren Männern

Teze/Shutterstock

Wissenschaftler der Uniklinik Hamburg-Eppendorf konnten nach eigenen Angaben einen besonderen genetischen Mechanismus für die frühe Entstehung von Prostatakrebs aufdecken. Diese Erkenntnis könnte die Diagnostik und Therapie verbessern und erstmals eine Prävention ermöglichen, heißt es. Die Ergebnisse der Studie publizieren die Forscher zusammen mit Heidelberger und Berliner Experten in der Fachzeitschrift Cancer Cell.

Prostatakrebs gilt typischerweise als Erkrankung älterer Männer. Dennoch sind etwa 2 % der Betroffenen bei der Diagnose noch keine 50 Jahre alt. Diese Fälle könnten der Schlüssel zum Verständnis der Biologie dieser Erkrankung sein. Früh auftretender Prostatakrebs ist durch eine relativ kleine Anzahl genetischer Veränderungen gekennzeichnet. Darunter sind wahrscheinlich einige sog. „Treiber-Mutationen“, die Entstehung und Wachstum von Prostatakrebs besonders stark begünstigen, wie die aktuellen Forschungen bestätigen.

„Es sind nur winzige Brüche im Erbgut, welche die Zellen anfällig für Krebs machen“, erläutert Prof. Dr. Thorsten Schlomm, leitender Arzt eines Prostatakrebszentrums in Hamburg-Eppendorf. Diese Brüche entstehen an spezifischen Stellen der DNA, wenn das männliche Geschlechtshormon Testosteron auf die Zellen einwirkt. Sie führen dazu, dass bis dahin inaktive Krebsgene durch den hormonellen Einfluss aktiviert werden. Die Forscher analysierten das vollständige Erbgut von Tumoren besonders junger Patienten und verglichen es mit dem von Tumoren älterer Patienten. Dabei fanden sie markante Veränderungen bei den jüngeren Männern in hormonregulierten Genen. Diese Unterschiede konnten in einer Untersuchung an mehr als 10.000 in Hamburg operierten Patienten bestätigt werden.

„Damit haben wir erstmals bewiesen, dass es bei einem häufigen Krebs altersabhängige Entstehungsmechanismen gibt“, erklärt Dr. Joachim Weischenfeldt vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL), zusammen mit Prof. Schlomm Hauptautor der Studie. Diese Feststellung könnte die Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs verändern. „Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse die Entwicklung neuer Strategien zur Diagnose und individualisierten Therapie fördern“, sagt Prof. Schlomm. Beispielsweise könne im Blut von Risikopatienten nach diesen spezifischen Genveränderungen gefahndet werden. „Wir könnten dann die Diagnose von relevanten Tumoren in einem noch früheren Stadium als heute stellen und schneller handeln“, erklärt der Mediziner und fügt hinzu: „Weiterhin gehen wir davon aus, dass durch das neue Verständnis der Entstehungsursachen von Prostatakrebs jetzt erstmals auch die Chance besteht, wirksame präventive Maßnahmen zu entwickeln, damit sich die Krankheit erst gar nicht entwickeln kann.“

Quelle: Befund Krebs 2/2013

16.07.13

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