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Zielgerichtete Therapie statt Chemo für manche Patientinnen sinnvoller?

Marcin Balcerzak/Shutterstock

Steht die Ära der zielgerichteten Therapien für Brustkrebspatientinnen kurz bevor? Möglicherweise, sagen Experten des Lester and Sue Smith Breast Center am amerikanischen Baylor College of Medicine in Houston, Texas – zumindest für einen bestimmten Teil der Patientinnen. In einer Studie, die kürzlich im Journal of Clinical Oncology erschienen ist, haben die Forscher gezeigt, dass eine Untergruppe von Brustkrebspatientinnen, die einen HER-2-positiven Tumor haben, von einer Kombination aus zielgerichteten Therapien profitieren könnten. Diese setzen die Brustkrebszellen außer Gefecht, was einigen Frauen die Chemotherapie ersparen könnte, die sowohl gesunde als auch Tumorzellen tötet. Zudem könnten so Resistenzen der Tumorzellen verhindert werden.

„Wenn wir wirkungsvoll die Faktoren anvisieren können, die ausschlaggebend für den individuellen Tumor sind, können wir den Krebs stilllegen“, sagt Dr. Mothaffar Rimawi, Erstautor der Studie. „Wenn wir keine Wirkung erzielen, regen wir hingegen die Tumoren an, resistent gegen die Therapie zu werden.“ Durch die Verabreichung von zwei Medikamenten, die speziellen auf den HER-2-Signalweg abzielen, könnte der Tumor jedoch auf vielfältige Weise angegriffen und sein Wachstum zum Stillstand gebracht werden, so Dr. Rimawi.

An der Studie nahmen insgesamt 64 Frauen mit großen, HER-2-positiven Tumoren teil, davon einige, die zusätzlich Östrogen-Rezeptor-positiv warten. Die Patientinnen erhielten einmal wöchentlich zwei Wirkstoffe (Lapatinib und Trastuzumab) für 12 Wochen vor der Operation und wurden nicht mit weiteren Standardtherapien behandelt. Mit der Kombination dieser beiden Wirkstoffe können alle krebsunterstützenden Signale der HER-Familie blockiert werden, erklärt Seniorautor und Direktor des Brustzentrums am Baylor College of Medicine, Dr. C. Kent Osborne.

Nach den zwölf Wochen war der Krebs bei 36 % der Östrogen-Rezeptor-negativen und HER-2-positiven Patientinnen vollständig eliminiert. Ein bedeutsamer Vorteil wurde zudem in der Östrogen-Rezeptor-positiven Gruppe beobachtet, berichtet Dr. Rimawi: „Bei 21 % der Patientinnen war der Tumor komplett verschwunden und bei weiteren 33 % beinahe, sodass nur noch kleine Tumormengen vorhanden waren.“

Laut Dr. Osborne wurden unter der Wirkstoff-Kombination bereits in anderen Studien ähnliche Ergebnisse beobachtet. Diese Untersuchung sei aber die erste, bei der nicht zusätzlich auch eine Chemotherapie angewendet worden war. „Die Nebenwirkungen der Chemotherapie können erheblich sein. Die Notwendigkeit einer Chemotherapie für bestimmte Patienten abzuschaffen, wäre daher ein bahnbrechender Ansatz in der Krebsbehandlung“, betont er. Kommende Studien sollen sich daher u. a. damit befassen, welche Patientinnen mit diesem Untertyp von Brustkrebs sicher ohne Chemotherapie behandelt werden können.

Quelle: Befund Krebs 3/2013

31.07.13

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